Herzwissen

Herzpochen/-stolpern (Palpitationen)

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Herzstolpern/-pochen
(Palpitationen)

Illustration zu Herzstolpern und PalpitationenWas sind Palpitationen?

Als Palpitationen bezeichnet man die bewusste Wahrnehmung von Herzaktionen. Normalerweise nehmen wir unseren Herzschlag im Alltag kaum wahr. Gelegentlich kann es jedoch vorkommen, dass das Herz deutlich zu spüren ist. Betroffene beschreiben beispielsweise ein kräftiges Pochen, Herzklopfen, Herzstolpern oder das Gefühl, dass das Herz kurz aussetzt.

Beim Herzpochen werden einzelne Herzschläge ungewöhnlich kräftig wahrgenommen. Dabei kann das Herz durchaus regelmäßig schlagen. Besonders in Ruhesituationen, beispielsweise im Bett liegend, fällt manchen Menschen der eigene Herzschlag stärker auf.

Beim Herzstolpern dominiert das Gefühl, dass das Herz aus dem Takt gerät, einen zusätzlichen Schlag macht oder für einen kurzen Moment aussetzt. Oft werden solche Empfindungen durch Extrasystolen verursacht. Dabei handelt es sich um vorzeitige Herzschläge, die zusätzlich zum normalen Herzrhythmus auftreten.

Auch ein plötzlich beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag kann als Palpitation wahrgenommen werden. Die Symptome können nur wenige Sekunden anhalten, wiederholt auftreten oder über einen längeren Zeitraum bleiben.

Wichtig ist: Palpitationen sind zunächst ein subjektives Symptom und keine eigenständige Herzrhythmusstörung. Ein deutlich wahrgenommener Herzschlag bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Herzproblem vorliegt. Umgekehrt ist es auch möglich, dass Herzrhythmusstörungen von Betroffenen überhaupt nicht wahrgenommen werden.

Wie entstehen Herzpochen und Herzstolpern?

Das Herz schlägt normalerweise in einem regelmäßigen Rhythmus. Dieser wird durch elektrische Impulse generiert, die im Sinusknoten, dem natürlichen Taktgeber des Herzens, entstehen. Über das Reizleitungssystem breiten sich diese Impulse im Herzen aus und sorgen dafür, dass die Herzmuskulatur koordiniert arbeitet.

Ob wir Herzaktionen wahrnehmen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei körperlicher Anstrengung oder emotionaler Aufregung schlägt das Herz häufig schneller und kräftiger. Auch Stress, Schlafmangel oder eine erhöhte Aufmerksamkeit für den eigenen Herzschlag können dazu führen, dass wir Herzaktionen stärker wahrnehmen. Herzpochen kann daher auch bei einem vollkommen normalen Herzrhythmus auftreten.

Eine besonders häufige Ursache für das klassische Herzstolpern sind Extrasystolen. Dabei entsteht ein elektrischer Impuls außerhalb des Sinusknotens, entweder in den Herzvorhöfen oder in den Herzkammern. Dieser Impuls löst einen zusätzlichen Herzschlag aus, der früher auftritt als der nächste reguläre Herzschlag.

Warum fühlt sich eine Extrasystole häufig wie ein Aussetzer an? Der vorzeitige Herzschlag erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Herzkammern oft noch nicht vollständig mit Blut gefüllt haben. Deshalb kann dieser Schlag vergleichsweise schwach ausfallen und kaum wahrgenommen werden. Anschließend entsteht häufig eine kurze Pause, bevor der nächste reguläre Herzschlag erfolgt. Dieser wird dann oft besonders kräftig empfunden, weil sich das Herz in dieser kurzen Pause stärker füllt und der Herzmuskel dann kurz kräftiger pumpt.

Das vermeintliche „Aussetzen“ ist somit häufig die Wahrnehmung eines vorzeitigen Herzschlags und der anschließenden Rhythmusveränderung – nicht etwa ein tatsächlicher Stillstand des Herzens.

Extrasystolen kommen auch bei herzgesunden Menschen vor und sind in dieser Situation meist harmlos. Ihre medizinische Bedeutung hängt davon ab, wie häufig sie auftreten, wo sie entstehen und ob eine zugrunde liegende Herzerkrankung besteht.

Neben Extrasystolen können auch andere Herzrhythmusstörungen, beispielsweise Vorhofflimmern, Palpitationen auslösen. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Störungen des Salzhaushalts das Auftreten von Herzrhythmusstörungen begünstigen.

Aus dem Gefühl des Herzpochens oder Herzstolperns allein lässt sich daher nicht zuverlässig erkennen, welcher Herzrhythmus tatsächlich vorliegt.

Was untersucht der Kardiologe?

Herzpochen und Herzstolpern sind sehr häufige Gründe für eine kardiologische Untersuchung. In vielen Fällen steckt keine Herzerkrankung dahinter. Dennoch ist es sinnvoll, wiederkehrende oder neu aufgetretene Beschwerden einzuordnen und nach möglichen Herzrhythmusstörungen zu fahnden.

Am Anfang steht eine möglichst genaue Beschreibung der Beschwerden: Handelt es sich um einzelne Stolperer oder um länger anhaltende Episoden? Tritt das Herzpochen vor allem in Ruhe oder bei körperlicher Belastung auf? Beginnen und enden die Beschwerden plötzlich? Bestehen gleichzeitig Schwindel, Luftnot oder ein Druckgefühl in der Brust?

Ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung ist das EKG. Es zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens zeigt den Herzrhythmus und die Erregungsleitung an. Da Palpitationen häufig nur gelegentlich auftreten, ist das EKG zwischen den Beschwerden allerdings nicht selten unauffällig.

Eine besondere Bedeutung hat deshalb das Langzeit-EKG. Dabei wird der Herzrhythmus über einen längeren Zeitraum aufgezeichnet. So lassen sich beispielsweise Extrasystolen nachweisen und ihre Häufigkeit bestimmen. Auch andere, vorübergehend auftretende Herzrhythmusstörungen können auf diese Weise erkannt werden. Bei seltenen Beschwerden können längere Aufzeichnungen sinnvoll sein.

Besonders aussagekräftig ist es, wenn der Herzrhythmus genau während der empfundenen Beschwerden aufgezeichnet wird. Dadurch lässt sich feststellen, ob das wahrgenommene Herzstolpern tatsächlich mit Extrasystolen oder einer anderen Rhythmusstörung zusammenhängt – oder ob das Herz währenddessen regelmäßig schlägt.

Zu einer gründlichen kardiologischen Untersuchung gehört immer eine Echokardiographie (Herzultraschall) zur strukturellen und funktionellen Beurteilung des Herzens. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn häufige Extrasystolen auftreten oder sich aus dem Gespräch Anhaltspunkte auf eine zugrunde liegende Herzerkrankung ergeben. Je nach Beschwerdebild können außerdem ein Belastungs-EKG oder gezielte Blutuntersuchungen sinnvoll sein.

Entscheidend ist nicht allein, dass Palpitationen auftreten, sondern welcher Herzrhythmus dahintersteckt und ob das Herz ansonsten gesund ist. Davon hängt auch ab, ob überhaupt eine Behandlung erforderlich ist. Häufig genügt es bereits, die Harmlosigkeit der Beschwerden nach einer entsprechenden Untersuchung bestätigen zu können. In anderen Fällen kann eine gezielte Behandlung der zugrunde liegenden Herzrhythmusstörung sinnvoll oder notwendig sein.

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