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Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

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Herzinsuffizienz
(Herzschwäche)

Illustration von Herzinsuffizienz mit geschwollenen BeinenWas ist eine Herzinsuffizienz und welche Formen gibt es?

Eine Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch Herzschwäche genannt, liegt vor, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper unter normalen Bedingungen ausreichend mit Blut zu versorgen, oder wenn dies nur noch unter erhöhten Druckverhältnissen innerhalb des Herzens möglich ist.

Das Herz ist eine Muskelpumpe, die das Blut kontinuierlich durch den Körper und die Lunge transportiert. Mit jedem Herzschlag zieht sich der Herzmuskel zunächst zusammen und pumpt Blut in den Kreislauf. Anschließend entspannt er sich wieder, damit sich die Herzkammern erneut mit Blut füllen können.

Damit das Herz zuverlässig funktioniert, müssen also zwei Vorgänge aufeinander abgestimmt sein: die Kontraktion des Herzmuskels und seine anschließende Entspannung.

Bei einer Herzinsuffizienz kann einer dieser Vorgänge oder auch das Zusammenspiel beider Mechanismen gestört sein.

Die Herzinsuffizienz ist eine häufige Erkrankung, die insbesondere mit zunehmendem Lebensalter auftritt. In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit einer Herzschwäche. Sie gehört zu den häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte älterer Menschen.

Was ist der Unterschied zwischen systolischer und diastolischer Herzinsuffizienz?

Grundsätzlich unterscheidet man zwei wichtige Funktionsstörungen des Herzens.

Bei der systolischen Herzinsuffizienz ist die Pumpfunktion des Herzens eingeschränkt.

Ist die Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels vermindert, wird bei jedem Herzschlag ein geringerer Anteil des in der Herzkammer vorhandenen Blutes ausgeworfen.

Der Messwert zur Beurteilung dieser Pumpfunktion ist die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF). Sie beschreibt, welcher prozentuale Anteil des Blutes, das sich am Ende der Füllungsphase in der linken Herzkammer befindet, mit einem Herzschlag ausgeworfen wird.

Bei einem gesunden Herzen liegt dieser Wert typischerweise zwischen 50 und 70 Prozent.

Bei der diastolischen Herzinsuffizienz steht dagegen eine Störung der Entspannung und Füllung des Herzens im Vordergrund. Die Diastole ist die Phase des Herzschlags, in der sich der Herzmuskel entspannt und die Herzkammern mit Blut füllen.

Ist der Herzmuskel verdickt, versteift oder in seiner Entspannungsfähigkeit beeinträchtigt, kann sich die linke Herzkammer nicht mehr ausreichend leicht mit Blut füllen.

Dadurch steigt der Druck innerhalb der Herzkammer an. Dieser erhöhte Druck kann sich über den linken Vorhof bis in die Lungengefäße zurückübertragen und dort zu einer Blutstauung führen.

Das Besondere ist, dass die Ejektionsfraktion bei einer diastolischen Herzinsuffizienz durchaus normal sein kann. Das Herz wirft dann zwar weiterhin einen normalen Anteil des vorhandenen Blutes aus, kann sich aber nur noch unter erhöhtem Druck ausreichend füllen.

Eine normale Ejektionsfraktion bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das Herz gesund ist.

Wie wird die Herzinsuffizienz heute eingeteilt?

Nach den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) von 2026 werden anhand der linksventrikulären Ejektionsfraktion zwei wesentliche Formen unterschieden:

Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF): Die Ejektionsfraktion liegt unter 50 Prozent. Im Vordergrund steht häufig eine eingeschränkte systolische Pumpfunktion.

Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF): Die Ejektionsfraktion beträgt mindestens 50 Prozent. Trotz erhaltener Ejektionsfraktion bestehen Beschwerden einer Herzinsuffizienz und objektive Hinweise auf eine krankhafte Veränderung der Herzfunktion, insbesondere auf eine gestörte Füllung oder erhöhte Füllungsdrücke.

Wichtig ist allerdings, dass die Begriffe systolische und diastolische Herzinsuffizienz nicht vollständig mit den Kategorien HFrEF und HFpEF gleichzusetzen sind. Auch bei einer eingeschränkten Pumpfunktion können Störungen der diastolischen Füllung bestehen. Umgekehrt können bei einer erhaltenen Ejektionsfraktion bereits bestimmte Aspekte der systolischen Herzfunktion beeinträchtigt sein.

Wie entsteht eine Herzinsuffizienz und welche Beschwerden verursacht sie?

Herzinsuffizienz ist keine eigenständige Erkrankung mit nur einer Ursache. Vielmehr handelt es sich um einen Symptomkomplex, der durch unterschiedliche Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs entstehen kann.

Zu den häufigsten Ursachen gehören die koronare Herzkrankheit, ein zurückliegender Herzinfarkt, langjähriger Bluthochdruck, Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelerkrankungen und bestimmte Herzrhythmusstörungen.

Welche Veränderungen dabei im Herzmuskel entstehen, hängt wesentlich von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Welche Ursachen hat eine systolische Herzinsuffizienz?

Bei einer systolischen Herzinsuffizienz ist die Pumpfähigkeit Herzmuskels eingeschränkt. Eine häufige Ursache ist ein zurückliegender Herzinfarkt.

Je größer der betroffene Herzmuskelbereich ist, desto stärker kann die Pumpfunktion der linken Herzkammer eingeschränkt sein.

Eine weitere wichtige Ursache ist die dilatative Kardiomyopathie. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der sich insbesondere die linke Herzkammer erweitert und ihre Kontraktionsfähigkeit abnimmt.

Eine solche Erkrankung kann unter anderem genetisch bedingt sein, nach einer Herzmuskelentzündung auftreten oder mit schädigenden Einflüssen wie übermäßigem Alkoholkonsum zusammenhängen.

Auch bestimmte Herzklappenerkrankungen, langjähriger Bluthochdruck oder anhaltende schnelle Herzrhythmusstörungen können zu einer systolischen Herzinsuffizienz führen.

Bei vielen Patienten kommt es im Verlauf zu Veränderungen von Größe, Form und Wandspannung der Herzkammer. Diesen Prozess bezeichnet man als kardiales Remodeling.

Die zunächst als Anpassung gedachten Veränderungen können langfristig dazu beitragen, dass die Pumpfunktion weiter abnimmt.

Welche Ursachen hat eine diastolische Herzinsuffizienz?

Bei der diastolischen Herzinsuffizienz ist die Pumpfunktion im engeren Sinne häufig noch erhalten. Das Hauptproblem besteht darin, dass sich der Herzmuskel nicht mehr ausreichend entspannen und die Herzkammer nicht mehr problemlos mit Blut füllen kann.

Eine besonders häufige Ursache ist langjähriger Bluthochdruck. Wenn das Herz über viele Jahre gegen einen erhöhten Blutdruck arbeiten muss, steigt die mechanische Belastung der linken Herzkammer.

Als Anpassung kann sich die Muskelwand verdicken. Diese sogenannte linksventrikuläre Hypertrophie ermöglicht es dem Herzen zunächst, den erhöhten Druck auszugleichen.

Langfristig kann der verdickte Herzmuskel jedoch zunehmend steif werden. Zusätzlich können Veränderungen des Bindegewebes und der kleinen Blutgefäße innerhalb des Herzmuskels auftreten.

Dadurch nimmt die Dehnbarkeit der linken Herzkammer ab. Bereits während der normalen Füllungsphase können dann erhöhte Drücke entstehen.

Neben Bluthochdruck spielen insbesondere zunehmendes Lebensalter, Übergewicht, Diabetes mellitus, chronische Nierenerkrankungen und Vorhofflimmern eine wichtige Rolle.

Diese Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf und können sich in ihren Auswirkungen auf das Herz gegenseitig verstärken.

Bei bestimmten Patienten liegen auch spezifische Herzmuskelerkrankungen zugrunde. Ein Beispiel ist die kardiale Amyloidose, bei der sich krankhafte Eiweißablagerungen im Herzmuskel ansammeln und dessen Dehnbarkeit beeinträchtigen.

Gerade bei einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion ist es deshalb wichtig, nicht nur die Herzfunktion zu beurteilen, sondern auch nach möglichen behandelbaren Ursachen zu suchen.

Warum verursacht eine Herzinsuffizienz Luftnot?

Eines der häufigsten Symptome einer Herzinsuffizienz ist die Luftnot (Dyspnoe). Sie tritt zunächst häufig bei körperlicher Belastung auf, beispielsweise beim Treppensteigen oder bei längeren Spaziergängen.

Mit zunehmender Schwere der Erkrankung kann bereits eine geringe Belastung zu Atemnot führen. Bei einer ausgeprägten Herzinsuffizienz sind Beschwerden auch in Ruhe möglich.

Die Ursache liegt häufig in einem erhöhten Druck innerhalb des linken Herzens. Wenn die linke Herzkammer das Blut nicht ausreichend weiterpumpen kann oder sich nur unter erhöhtem Druck füllt, steigt der Druck zunächst im linken Vorhof an.

Dieser Druck wird über die Lungenvenen bis in die kleinen Blutgefäße der Lunge übertragen. Dadurch kann Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Lungengewebe übertreten. Der Gasaustausch wird erschwert und die Atmung zunehmend belastend.

Man spricht von einer Lungenstauung. Besonders charakteristisch ist, dass sich die Luftnot bei manchen Patienten im Liegen verstärkt. Betroffene schlafen dann beispielsweise mit erhöhtem Oberkörper oder müssen sich nachts aufsetzen, um wieder besser Luft zu bekommen.

Warum entstehen Wassereinlagerungen und Ödeme?

Neben der Luftnot gehören Wassereinlagerungen (Ödeme) zu den typischen Beschwerden einer Herzinsuffizienz.

Wenn die Pumpleistung des Herzens abnimmt oder die Druckverhältnisse im Kreislauf verändert sind, aktiviert der Körper verschiedene hormonelle Regulationssysteme.

Dazu gehören insbesondere das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) und das sympathische Nervensystem.

Diese Systeme sollen zunächst den Blutdruck und die Durchblutung lebenswichtiger Organe stabilisieren. Sie tun dies jedoch, indem die Nieren vermehrt Salz und Wasser zurückhalten. Dadurch nimmt das Flüssigkeitsvolumen im Körper zu.

Wenn gleichzeitig der Druck in den Körpervenen erhöht ist, kann Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe austreten.

Besonders häufig entstehen dadurch Schwellungen an den Unterschenkeln und Knöcheln. Allerdings sind nicht alle Beinödeme auf eine Herzinsuffizienz zurückzuführen. Auch Venenerkrankungen, Nierenerkrankungen oder bestimmte Medikamente können Wassereinlagerungen verursachen.

Welche weiteren Beschwerden können auftreten?

Neben Luftnot und Ödemen berichten viele Patienten über eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, rasche Erschöpfbarkeit und allgemeine Schwäche.

Bei einer eingeschränkten Pumpfunktion kann die Durchblutung der Muskulatur insbesondere unter Belastung nicht mehr ausreichend gesteigert werden.

Dadurch ermüden die Muskeln schneller, und alltägliche Aktivitäten fallen zunehmend schwer.

Auch Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Schwindel und nächtlicher Harndrang können im Zusammenhang mit einer Herzinsuffizienz auftreten.

Wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind, ist individuell unterschiedlich. Manche Patienten sind trotz einer deutlich eingeschränkten Ejektionsfraktion erstaunlich wenig beeinträchtigt. Andere leiden bei erhaltener Ejektionsfraktion unter erheblicher Belastungsluftnot.

Die Schwere einer Herzinsuffizienz lässt sich deshalb nicht allein anhand der Ejektionsfraktion beurteilen. Entscheidend sind immer auch die Beschwerden, die körperliche Belastbarkeit und die zugrunde liegende Herzerkrankung.

Wie wird eine Herzinsuffizienz diagnostiziert und behandelt?

Die Diagnose einer Herzinsuffizienz ergibt sich aus dem Zusammenspiel von typischen Beschwerden, der körperlichen Untersuchung, Laborwerten und bildgebenden Untersuchungen des Herzens.

Besonders wichtig ist es, nicht nur festzustellen, ob eine Herzinsuffizienz vorliegt, sondern auch ihre Ursache und die zugrunde liegende Funktionsstörung zu erkennen.

Denn die Behandlung richtet sich wesentlich danach, ob eine reduzierte oder erhaltene Ejektionsfraktion besteht und welche Erkrankung zur Herzinsuffizienz geführt hat.

Welche Untersuchungen sind bei Verdacht auf Herzinsuffizienz wichtig?

Die wichtigste bildgebende Untersuchung ist die Echokardiographie (Herzultraschall).

Mit ihr lassen sich Größe und Form der Herzkammern, die Dicke der Herzwände und die Pumpfunktion des Herzens beurteilen.

Ein zentraler Messwert ist die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF).

Darüber hinaus können mit speziellen Ultraschallverfahren Hinweise auf eine gestörte Entspannungsfähigkeit des Herzmuskels und erhöhte Füllungsdrücke festgestellt werden.

Auch Herzklappenerkrankungen, die eine Herzinsuffizienz verursachen oder verstärken können, lassen sich im Herzultraschall erkennen.

Neben der Echokardiographie spielen Laborwerte, vor allem** NT-proBNP** eine wichtige Rolle. Diese sogenannten natriuretischen Peptide werden bei einer erhöhten Druck- oder Volumenbelastung des Herzens vermehrt freigesetzt.

Erhöhte Werte unterstützen deshalb die Diagnose einer Herzinsuffizienz. Allerdings können sie auch durch andere Faktoren, beispielsweise eine eingeschränkte Nierenfunktion oder Vorhofflimmern, beeinflusst werden.

Umgekehrt können insbesondere bei stark übergewichtigen Patienten trotz bestehender Herzinsuffizienz normale Werte oder vergleichsweise niedrige Werte vorliegen.

Die Laborwerte müssen deshalb immer gemeinsam mit den Beschwerden und den Ergebnissen der Herzuntersuchung beurteilt werden.

Ergänzend werden in der Regel ein EKG sowie weitere Blutuntersuchungen durchgeführt, unter anderem zur Beurteilung der Nierenfunktion, der Elektrolyte, des Blutbildes und möglicher Begleiterkrankungen.

Je nach Befund können zusätzliche Untersuchungen wie ein Herz-MRT, eine Koronardiagnostik oder eine spezielle Abklärung von Herzmuskelerkrankungen sinnvoll sein.

Wie wird eine Herzinsuffizienz medikamentös behandelt?

Die moderne Behandlung der Herzinsuffizienz hat sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt.

Während früher häufig vor allem versucht wurde, die Beschwerden durch Entwässerungsmedikamente zu lindern, stehen heute zahlreiche Wirkstoffe zur Verfügung, die nicht nur die Symptome verbessern, sondern auch das Risiko für Krankenhausaufenthalte und schwere Krankheitsverläufe reduzieren können.

Ein wichtiger Punkt ist, dass viele dieser Medikamente ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden oder auch bei deren Behandlung eingesetzt werden.

Die medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz überschneidet sich deshalb in vielen Bereichen erheblich mit der Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes mellitus und chronischen Nierenerkrankungen.

Allerdings werden diese Medikamente bei einer Herzinsuffizienz nicht ausschließlich eingesetzt, um den Blutdruck oder den Blutzucker zu senken.

Viele Wirkstoffe beeinflussen direkt oder indirekt die Belastung des Herzmuskels, die hormonelle Kreislaufregulation und ungünstige Veränderungen der Herzstruktur.

Welche technischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Nicht bei allen Patienten lässt sich eine Herzinsuffizienz allein durch Medikamente ausreichend behandeln.

Insbesondere bei einer deutlich eingeschränkten Pumpfunktion können zusätzliche technische oder interventionelle Verfahren sinnvoll sein.

Ein wichtiges Verfahren ist die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT).

Bei manchen Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz ist nicht nur die Pumpkraft vermindert, sondern auch die elektrische Erregungsausbreitung innerhalb des Herzens gestört.

Dadurch arbeiten die Herzkammern nicht mehr koordiniert, man spricht von Asynchronie. Ein typisches Beispiel ist ein ausgeprägter Linksschenkelblock im EKG.

Bei geeigneten Patienten kann ein spezielles Schrittmachersystem eingesetzt werden, das die elektrische Aktivierung des Herzens besser koordiniert.

Dadurch können sich die Herzkammern wieder synchroner zusammenziehen.

Eine CRT kann bei entsprechend ausgewählten Patienten die Pumpfunktion verbessern, Beschwerden reduzieren und das Risiko für Krankenhausaufenthalte sowie die Sterblichkeit senken.

Allerdings ist dieses Verfahren nicht für jeden Patienten mit Herzinsuffizienz geeignet. Entscheidend sind insbesondere die Ejektionsfraktion, die Beschwerden und bestimmte Veränderungen im EKG.

Was passiert bei einer weit fortgeschrittenen Herzinsuffizienz?

Bei einem kleinen Teil der Patienten schreitet die Herzinsuffizienz trotz optimaler medikamentöser und apparativer Behandlung weiter fort.

Es können dann bereits bei geringster Belastung oder sogar in Ruhe ausgeprägte Beschwerden bestehen.

In dieser Situation spricht man von einer terminaler Herzinsuffizienz.

Bei solchen Patienten kommen mechanische Kreislaufunterstützungssysteme infrage.

Ein Beispiel ist das linksventrikuläre Unterstützungssystem (Left Ventricular Assist Device, LVAD).

Dabei handelt es sich um eine mechanische Pumpe, die im Rahmen einer herzchirurgischen Eingriffs operativ eingesetzt wird und die geschwächte linke Herzkammer unterstützt.

Das System transportiert Blut aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader und hilft dadurch, die Durchblutung des Körpers aufrechtzuerhalten.

Umgangssprachlich werden solche Systeme häufig als Kunstherz bezeichnet.

Genau genommen ersetzt ein LVAD das natürliche Herz jedoch nicht vollständig, sondern übernimmt einen wesentlichen Teil seiner Pumparbeit.

Ein solches System kann beispielsweise eingesetzt werden, um die Zeit bis zu einer möglichen Herztransplantation zu überbrücken. Bei ausgewählten Patienten kann es auch als langfristige Behandlung dienen, wenn eine Transplantation nicht möglich ist.

Welche Rolle spielt die Herztransplantation?

Bei einer terminalen Herzinsuffizienz kann für ausgewählte Patienten eine Herztransplantation die beste langfristige Behandlungsmöglichkeit darstellen.

Dabei wird das schwer erkrankte Herz durch ein gesundes Spenderherz ersetzt.

Eine erfolgreiche Herztransplantation kann die Lebensqualität und die körperliche Leistungsfähigkeit erheblich verbessern.

Allerdings ist dieses Verfahren mit wesentlichen Einschränkungen verbunden.

Zum einen stehen nur sehr begrenzt geeignete Spenderorgane zur Verfügung.

Zum anderen müssen Patienten bestimmte medizinische Voraussetzungen erfüllen und nach der Transplantation dauerhaft Medikamente einnehmen, die eine Abstoßungsreaktion durch das eigene Immunsystem verhindern.

Die Herztransplantation ist deshalb keine in der Breite verfügbare Behandlung der Herzinsuffizienz, sondern bleibt ausgewählten Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung vorbehalten.

Was können Patienten selbst zur Behandlung beitragen?

Neben Medikamenten und technischen Verfahren ist die langfristige Betreuung ein entscheidender Bestandteil der Herzinsuffizienztherapie.

Besonders wichtig sind eine regelmäßige körperliche Aktivität im individuell geeigneten Umfang, die Behandlung von Risikofaktoren und die zuverlässige Einnahme der verordneten Medikamente.

Bei stabiler Herzinsuffizienz kann ein gezieltes körperliches Training, beispielsweise im Rahmen einer Herzsportgruppe, die Belastbarkeit und Lebensqualität verbessern.

Patienten mit Neigung zu Flüssigkeitseinlagerungen können außerdem davon profitieren, ihr Körpergewicht regelmäßig zu kontrollieren.

Eine rasche Gewichtszunahme innerhalb weniger Tage kann auf eine erneute Flüssigkeitsansammlung hinweisen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Eine Herzinsuffizienz ist häufig eine chronische Erkrankung, deren Verlauf sich durch eine konsequente Behandlung jedoch erheblich beeinflussen lässt.

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