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Luftnot (Dyspnoe)

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Dyspnoe (Luftnot)

Illustration von DyspnoeWas ist Dyspnoe und wie macht sich Luftnot bemerkbar?

Dyspnoe ist der medizinische Begriff für das subjektive Gefühl, nicht ausreichend Luft zu bekommen oder stärker als gewöhnlich atmen zu müssen. Betroffene beschreiben Luftnot, Kurzatmigkeit, erschwerte Atmung, ein Gefühl des Lufthungers oder ungewöhnlich schnelle Erschöpfung bei körperlicher Belastung.

Häufig macht sich das Symptom zunächst nur bei körperlicher Belastung bemerkbar. Treppensteigen, Bergangehen oder längere Gehstrecken fallen zunehmend schwer und erfordern häufiger Pausen. Man spricht dann von einer Belastungsdyspnoe. Luftnot kann auch bereits bei geringer Belastung oder sogar in Ruhe auftreten.

Die Situation, in der Luftnot auftritt, kann wichtige Hinweise auf ihre Ursache geben. Bei manchen Herzerkrankungen verstärken sich die Beschwerden beispielsweise im Liegen und bessern sich nach dem Aufsetzen oder Aufstehen.

Nicht immer wird eine eingeschränkte Herz-Kreislauf-Funktion jedoch unmittelbar als Luftnot wahrgenommen. Manchmal fällt zunächst lediglich eine Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit auf: Gewohnte Tätigkeiten werden anstrengender, Wege dauern länger oder es werden häufiger Pausen benötigt.

Luftnot ist ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung. Sie kann zahlreiche Ursachen haben und sowohl vom Herzen als auch von der Lunge oder anderen Erkrankungen ausgehen.

Wie entsteht Luftnot und was kann das Herz damit zu tun haben?

Das Gefühl von Luftnot entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel von Gehirn, Atmung, Lunge, Atemmuskulatur und Herz-Kreislauf-System. Unser Körper registriert fortlaufend, wie viel Atemarbeit erforderlich ist, damit die Versorgung des Organismus mit Sauerstoff den aktuellen Anforderungen entspricht. Entsteht ein Missverhältnis zwischen dem Atembedarf und der tatsächlich möglichen Atmung beziehungsweise körperlichen Leistungsfähigkeit, kann dies als Atemnot oder Lufthunger wahrgenommen werden.

Aus kardiologischer Sicht ist Herzinsuffizienz eine häufige Ursache von Luftnot. Ist die Pump- oder Füllungsfunktion des Herzens beeinträchtigt, kann das Blut nicht mehr unter normalen Druckverhältnissen durch den Kreislauf transportiert werden. Der Druck im linken Herzen kann ansteigen und das Blut in die Lungengefäße zurückstauen. Steigt dort der Druck an, wird die Atmung anstrengender und der Betroffene empfindet Luftnot. Dieser Mechanismus erklärt auch, warum manche Patienten mit Herzschwäche im Liegen schlechter Luft bekommen. Im Liegen wird mehr Blut aus den Beinen und anderen Körperregionen in Richtung Brustkorb verlagert. Kann das Herz dieses zusätzliche Blutvolumen nicht ausreichend bewältigen, steigen die Druckverhältnisse in der Lunge an. Aufrechtes Sitzen oder Stehen kann die Beschwerden deshalb vorübergehend bessern.

Luftnot bedeutet jedoch keineswegs automatisch eine Herzschwäche. Auch Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen des Herzens können mit Luftnot einhergehen. Ebenso kommen eigenständige Erkrankungen der Lunge und Atemwege, eine Blutarmut (Anämie) und zahlreiche weitere Ursachen infrage. Nicht selten wirken auch mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.

Welche Ursache hinter einer neu aufgetretenen oder zunehmenden Luftnot steckt, lässt sich daher häufig erst durch eine gezielte ärztliche Untersuchung feststellen.

Wann sollte Luftnot ärztlich abgeklärt werden?

Eine neu aufgetretene oder zunehmende Luftnot sollte ärztlich abgeklärt werden. Dies gilt insbesondere, wenn die körperliche Belastbarkeit ohne erkennbare Erklärung nachlässt oder alltägliche Tätigkeiten plötzlich deutlich anstrengender werden als zuvor.

Hinweise auf eine mögliche Herzerkrankung können zusätzliche Beschwerden wie Wassereinlagerungen an den Beinen, eine rasche Gewichtszunahme, Herzrasen oder Herzstolpern, Brustschmerzen sowie eine zunehmende Luftnot im Liegen sein. Auch nächtliche Atemnot, die zum Aufstehen oder Aufsetzen zwingt, sollte ärztlich untersucht werden.

Nicht jede Luftnot ist jedoch ein Fall für den Rettungsdienst. Bei langsam entstandenen oder bereits länger bestehenden Beschwerden ohne akute Verschlechterung kann die Ursache in der Regel im Rahmen einer geplanten ärztlichen Untersuchung abgeklärt werden.

Plötzlich auftretende oder schwere Atemnot kann dagegen ein medizinischer Notfall sein. Insbesondere bei ausgeprägter Luftnot in Ruhe, Brustschmerzen oder starkem Druckgefühl im Brustkorb, Bewusstseinsstörungen, Kollaps oder einer bläulichen Verfärbung von Lippen oder Haut sollte unverzüglich medizinische Hilfe angefordert werden.

Eine sorgfältige Untersuchung hilft anschließend nicht nur dabei festzustellen, ob das Herz für die Luftnot verantwortlich ist, sondern vor allem auch, welche Erkrankung den Beschwerden zugrunde liegt.

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