Herzwissen

Linksventrikuläres Assist Device ("Kunstherz")

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Kunstherz (LVAD)

Herzgrafik mit implantiertem Kunstherz (LVAD)Die Behandlung der schweren Herzinsuffizienz hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt. Während früher bei einer weit fortgeschrittenen Herzschwäche häufig nur noch eine Herztransplantation als langfristige Behandlungsmöglichkeit infrage kam, stehen heute moderne mechanische Herzunterstützungssysteme zur Verfügung. Diese werden umgangssprachlich häufig als Kunstherz bezeichnet.

Besonders wichtig ist das sogenannte linksventrikuläre Herzunterstützungssystem, kurz LVAD. Die englische Abkürzung steht für Left Ventricular Assist Device. Dabei handelt es sich um eine mechanische Blutpumpe, die operativ eingesetzt wird und die geschwächte linke Herzkammer bei ihrer Arbeit unterstützt.

Ein LVAD ersetzt das menschliche Herz nicht. Das Herz bleibt im Körper und schlägt grundsätzlich weiter. Die künstliche Pumpe übernimmt jedoch einen wesentlichen Teil der Arbeit der linken Herzkammer und sorgt dafür, dass die Organe wieder ausreichend mit Blut versorgt werden.

Für Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Herzinsuffizienz kann diese Behandlung eine erhebliche Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit und Lebensqualität ermöglichen. In geeigneten Fällen kann ein LVAD außerdem die Lebenserwartung deutlich verlängern.

Die ESC-Leitlinie 2026 zur Behandlung der Herzinsuffizienz empfiehlt die dauerhafte mechanische Kreislaufunterstützung bei sorgfältig ausgewählten Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz und eingeschränkter linksventrikulärer Pumpfunktion. Damit ist die LVAD-Therapie heute ein fest etablierter Bestandteil der modernen Herzinsuffizienzbehandlung.

Wann wird bei schwerer Herzinsuffizienz ein Kunstherz (LVAD) benötigt?

Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen oder kann dies nur unter erhöhten Füllungsdrücken leisten. Besonders häufig ist die linke Herzkammer betroffen. Ihre Aufgabe besteht darin, das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge aufzunehmen und über die Hauptschlagader in den Körperkreislauf zu pumpen. Wenn die Pumpkraft der linken Herzkammer deutlich nachlässt, spricht man von einer Herzinsuffizienz mit eingeschränkter linksventrikulärer Ejektionsfraktion.

Bei vielen Patienten lässt sich die Herzfunktion zunächst durch eine konsequente medikamentöse Behandlung deutlich verbessern. Hierzu gehören insbesondere moderne Medikamente wie ARNI beziehungsweise ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker, Betablocker, Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten und SGLT2-Hemmer. Bei geeigneten Patienten kommen außerdem spezielle Schrittmachersysteme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) zum Einsatz. Diese Behandlungen können Beschwerden reduzieren, Krankenhausaufenthalte verhindern und die Lebenserwartung verbessern.

Allerdings gibt es Patienten, bei denen die Herzinsuffizienz trotz optimaler Behandlung immer weiter fortschreitet. In diesem Stadium ist die Pumpfunktion des Herzens so stark eingeschränkt, dass selbst geringe körperliche Belastungen zu erheblicher Luftnot und Erschöpfung führen. Manche Patienten können kaum noch wenige Schritte gehen oder entwickeln bereits in Ruhe Beschwerden. Häufig kommt es zu wiederholten Krankenhausaufenthalten aufgrund von Wassereinlagerungen, Lungenstauung und Kreislaufproblemen.

Bei besonders schweren Verläufen werden sogar Medikamente benötigt, die die Herzleistung unmittelbar steigern und über eine Infusion verabreicht werden müssen. Diese sogenannten Inotropika können den Kreislauf vorübergehend stabilisieren, sind aber keine geeignete dauerhafte Behandlungslösung, da sie nur auf einer Intensivstation verabreicht werden können.

Wenn die Herzschwäche trotz ausgeschöpfter medikamentöser und apparativer Behandlung weiter fortschreitet, spricht man von einer terminalen Herzinsuffizienz. Spätestens in diesem Stadium muss geprüft werden, ob eine Herztransplantation oder eine dauerhafte mechanische Herzunterstützung infrage kommt.

Die Herztransplantation ist für viele geeignete Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz weiterhin eine wichtige Behandlungsmöglichkeit. Dabei wird das schwer erkrankte Herz entfernt und durch das gesunde Herz eines Organspenders ersetzt. Allerdings stehen deutlich weniger geeignete Spenderherzen zur Verfügung, als benötigt werden. Deshalb müssen viele Patienten längere Zeit auf ein Spenderorgan warten. Andere Patienten kommen aufgrund ihres Alters, bestimmter Begleiterkrankungen oder anderer medizinischer Gründe nicht für eine Herztransplantation infrage.

Hier eröffnet die LVAD-Therapie zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten. Ein LVAD kann grundsätzlich mit unterschiedlichen Behandlungszielen eingesetzt werden. Wenn ein Patient für eine Herztransplantation vorgesehen ist, kann das LVAD die Zeit bis zur Verfügbarkeit eines geeigneten Spenderorgans überbrücken. Diese Strategie wird als Bridge to Transplantation bezeichnet. Das Kunstherz sorgt während der Wartezeit dafür, dass der Kreislauf ausreichend unterstützt wird und sich der körperliche Zustand des Patienten möglichst stabilisiert.

Bei manchen Patienten ist zunächst noch unklar, ob eine Herztransplantation später möglich sein wird. Beispielsweise kann eine schwere Herzinsuffizienz zu einer eingeschränkten Nierenfunktion führen. Wenn diese Veränderungen durch die Entlastung des Herzens wieder zurückgehen, kann sich dadurch unter Umständen erst die Möglichkeit einer Herztransplantation eröffnen. Diese Behandlungsstrategie wird als Bridge to Candidacy, also als Überbrückung bis zur möglichen Transplantationseignung, bezeichnet.

In seltenen Fällen kann sich die Funktion des eigenen Herzmuskels unter einer längerfristigen mechanischen Unterstützung so weit erholen, dass das LVAD später wieder entfernt werden kann. Dies wird als Bridge to Recovery bezeichnet. Eine solche Erholung ist allerdings nicht bei allen Formen der Herzinsuffizienz zu erwarten und darf nicht als Regelfall angesehen werden.

Besonders bedeutsam ist heute die sogenannte Destination Therapy. Dabei wird das LVAD nicht als Überbrückung bis zu einer Herztransplantation eingesetzt, sondern als dauerhafte Behandlung der schweren Herzinsuffizienz verstanden. Der Patient lebt dann über viele Jahre mit dem implantierten Herzunterstützungssystem. Ein modernes LVAD ist damit nicht mehr ausschließlich eine Übergangslösung bis zur Herztransplantation, sondern kann selbst eine langfristige Therapie darstellen.

Die Auswahl geeigneter Patienten ist allerdings anspruchsvoll. Die ESC-Leitlinie 2026 empfiehlt deshalb, Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz frühzeitig in einem spezialisierten Herzinsuffizienzzentrum vorzustellen. Dort wird gemeinsam mit Kardiologen, Herzchirurgen und weiteren Fachdisziplinen geprüft, welche Behandlung langfristig die besten Erfolgsaussichten bietet. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Eine LVAD-Implantation sollte möglichst erfolgen, bevor bereits schwere und irreversible Organschäden oder ein ausgeprägtes Kreislaufversagen eingetreten sind.

Wie funktioniert ein Kunstherz und wie wird ein LVAD implantiert?

Der Begriff „Kunstherz“ ist im Zusammenhang mit einem LVAD irreführend. Viele Menschen stellen sich darunter ein vollständig künstliches Herz vor, das anstelle des natürlichen Herzens in den Brustkorb eingesetzt wird. Solche vollständigen künstlichen Herzen existieren tatsächlich. Sie werden als Total Artificial Heart bezeichnet und kommen in besonderen Behandlungssituationen zum Einsatz.

Bei einem modernen LVAD handelt es sich jedoch um etwas anderes. Das natürliche Herz bleibt vollständig im Körper. Lediglich seine Pumpfunktion wird durch eine zusätzliche mechanische Blutpumpe unterstützt. Die künstliche Pumpe wird operativ mit der linken Herzkammer verbunden. Hierzu wird im Bereich der Herzspitze eine Verbindung zwischen der linken Herzkammer und der Pumpe hergestellt. Über diese Verbindung gelangt das Blut aus der linken Herzkammer direkt in das Pumpsystem. Innerhalb der Pumpe befindet sich ein elektrisch angetriebener Rotor, der das Blut kontinuierlich weiterbefördert. Das Blut wird anschließend über eine künstliche Gefäßverbindung, den sogenannten Outflow-Graft, in die aufsteigende Hauptschlagader (Aorta ascendens) geleitet. Auf diese Weise entsteht ein zusätzlicher Blutweg von der linken Herzkammer direkt in den Körperkreislauf.

Normalerweise muss die linke Herzkammer das Blut bei jedem Herzschlag mit ausreichend Kraft durch die Aortenklappe in die Hauptschlagader auswerfen. Bei einer schweren Herzinsuffizienz gelingt dies häufig nicht mehr ausreichend. Das LVAD übernimmt deshalb einen wesentlichen Teil dieser Arbeit. Die Pumpe entnimmt Blut aus der linken Herzkammer und transportiert es aktiv in die Hauptschlagader. Dadurch wird die linke Herzkammer entlastet und die Durchblutung der Organe verbessert.

Die rechte Herzkammer arbeitet dabei weiterhin auf natürliche Weise. Sie pumpt das sauerstoffarme Blut durch die Lunge, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Anschließend gelangt das Blut über die Lungenvenen zurück in die linke Herzhälfte. Von dort wird es mithilfe des LVAD in den Körperkreislauf weitertransportiert. Das Zusammenspiel zwischen rechter Herzkammer, linker Herzkammer und mechanischer Pumpe ist deshalb für die Funktion des gesamten Systems entscheidend.

Moderne LVAD-Systeme sind technisch deutlich kleiner als frühere Generationen künstlicher Herzpumpen. Während ältere Systeme teilweise relativ große Pumpkammern benötigten und einen pulsierenden Blutfluss erzeugten, arbeiten heutige Geräte meist mit einer kompakten kontinuierlich fördernden Kreiselpumpe.

Eine weitere Besonderheit betrifft die Stromversorgung. Die implantierte Blutpumpe besitzt keine Energiequelle, die dauerhaft unabhängig von außen arbeiten könnte. Sie benötigt kontinuierlich elektrische Energie. Hierfür ist die Pumpe über ein spezielles Kabel mit einer außerhalb des Körpers befindlichen Steuerungseinheit verbunden. Dieses Kabel wird als Driveline bezeichnet. Die Driveline verläuft von der implantierten Pumpe durch das Gewebe und wird üblicherweise im Bereich der Bauchwand nach außen geführt. Dort tritt sie durch eine kleine Hautöffnung aus dem Körper aus. Anschließend wird sie mit einem externen Controller verbunden. Dieser Controller steuert die Funktion der Pumpe und überwacht verschiedene Betriebsparameter. Dazu gehören beispielsweise die Drehzahl der Pumpe, der Energieverbrauch und technische Alarmmeldungen. Die Stromversorgung erfolgt im Alltag meist über wiederaufladbare Akkus. Diese werden zusammen mit dem Controller in speziellen Taschen, Gürteln oder Tragesystemen am Körper getragen. Viele Patienten verwenden beispielsweise eine Schultertasche, die äußerlich an eine kleine Handtasche erinnert. Menschen mit einem LVAD tragen deshalb einen Teil ihres Herzunterstützungssystems dauerhaft außerhalb des Körpers mit sich. Die Akkus ermöglichen eine gewisse Bewegungsfreiheit. Patienten können sich dadurch innerhalb und außerhalb ihrer Wohnung bewegen, Spaziergänge unternehmen und bei gutem Allgemeinzustand auch verschiedenen Alltagsaktivitäten nachgehen. 

Die eigentliche Implantation des LVAD erfolgt im Rahmen einer herzchirurgischen Operation. Traditionell wird hierfür das Brustbein über eine sogenannte mediane Sternotomie eröffnet. Über diesen Zugang können die Herzchirurgen das Herz und die aufsteigende Hauptschlagader erreichen. An der Herzspitze wird die Verbindung zur künstlichen Blutpumpe hergestellt. Anschließend wird die Ausflussprothese der Pumpe mit der Aorta ascendens verbunden. Die Driveline wird durch das Gewebe geführt und über die Bauchwand nach außen ausgeleitet.

In den vergangenen Jahren wurden außerdem weniger invasive Operationstechniken entwickelt. Bei geeigneten Patienten kann die Pumpe beispielsweise über einen kleineren Zugang im Bereich der linken Brustkorbhälfte eingesetzt werden. Für den Anschluss der Ausflussprothese an die Hauptschlagader kann zusätzlich ein begrenzter Zugang im oberen Brustbeinbereich erforderlich sein. Solche Verfahren werden als minimalinvasive beziehungsweise weniger invasive LVAD-Implantation bezeichnet. Sie können die operative Belastung in ausgewählten Situationen reduzieren. Allerdings sind nicht alle Patienten für diese Techniken geeignet. Insbesondere nach früheren Herzoperationen oder bei bestimmten anatomischen Voraussetzungen muss das Operationsverfahren individuell angepasst werden.

Obwohl die Implantation eines modernen LVAD technisch standardisiert ist und häufig über kleinere Zugangswege durchgeführt werden kann, bleibt sie eine große Herzoperation. Dies liegt vor allem daran, dass die betroffenen Patienten meist bereits an einer äußerst schweren Herzinsuffizienz leiden. Häufig sind die körperlichen Reserven deutlich eingeschränkt, und auch andere Organe können durch die langjährige Kreislaufschwäche bereits beeinträchtigt sein. Die entscheidende Herausforderung besteht deshalb nicht nur darin, die künstliche Pumpe einzusetzen, sondern den gesamten Kreislauf des schwer herzkranken Patienten dauerhaft zu stabilisieren.

Welche Risiken bestehen mit einem LVAD und wie lebt man langfristig mit einem Kunstherz?

Die Implantation eines modernen LVAD kann die Behandlungsmöglichkeiten bei schwerster Herzinsuffizienz erheblich erweitern. Viele Patienten berichten nach einer erfolgreichen Operation über eine deutliche Verbesserung ihrer körperlichen Belastbarkeit. Beschwerden wie ausgeprägte Luftnot, starke Erschöpfung und wiederkehrende Wassereinlagerungen können sich deutlich reduzieren. Dadurch werden häufig wieder Aktivitäten möglich, die vor der Implantation aufgrund der schweren Herzschwäche kaum noch durchführbar waren. Auch die Prognose hat sich durch die technische Weiterentwicklung der Pumpensysteme erheblich verbessert.

Trotz dieser Fortschritte ist das Leben mit einem LVAD mit besonderen medizinischen Risiken und Anforderungen verbunden. Ein wesentlicher Punkt ist die Blutgerinnung. Normalerweise fließt das Blut ausschließlich durch körpereigene Gefäße und Herzhöhlen. Bei einem LVAD kommt es dagegen dauerhaft mit künstlichen Oberflächen innerhalb der Pumpe und der angeschlossenen Gefäßprothese in Kontakt. Dadurch besteht grundsätzlich das Risiko, dass sich innerhalb des Systems Blutgerinnsel bilden. Solche Gerinnsel können die Funktion der Pumpe beeinträchtigen oder in den Körperkreislauf gelangen. Wenn ein Blutgerinnsel eine Hirnarterie verschließt, kann ein ischämischer Schlaganfall entstehen. Wenn sich ein Gerinnsel innerhalb der Pumpe bildet, spricht man von einer Pumpenthrombose. Diese kann die Pumpenleistung beeinträchtigen und in schweren Fällen einen Austausch des Systems erforderlich machen. Um solche Komplikationen möglichst zu verhindern, benötigen Patienten mit einem LVAD eine dauerhafte orale Antikoagulation. Hierfür werden üblicherweise Vitamin-K-Antagonisten eingesetzt, beispielsweise Phenprocoumon. Die Wirkung dieser Medikamente wird regelmäßig anhand des INR-Wertes kontrolliert. Der angestrebte INR-Bereich hängt vom verwendeten LVAD-System und den individuellen Vorgaben des behandelnden Zentrums ab. Die Blutgerinnungshemmung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der langfristigen LVAD-Therapie.  Blutungskomplikationen gehören deshalb trotz moderner Pumpentechnik weiterhin zu den wichtigsten langfristigen Risiken einer LVAD-Therapie.

Ein weiteres wesentliches Problem sind Infektionen. Besonders gefährdet ist die Stelle, an der die Driveline durch die Haut nach außen geführt wird. Diese Hautdurchtrittsstelle bildet eine dauerhafte Verbindung zwischen dem Körperinneren und der Außenwelt. Dadurch können Bakterien entlang des Kabels in das Gewebe eindringen. Man spricht dann von einer Driveline-Infektion. Zunächst kann sich eine solche Infektion durch Rötung, Schmerzen, Schwellung oder eine Flüssigkeitsabsonderung an der Austrittsstelle bemerkbar machen. Wenn sich die Infektion weiter ausbreitet, können tiefere Gewebeschichten und im ungünstigsten Fall auch Bestandteile des implantierten Systems betroffen sein. Solche Infektionen können schwierig zu behandeln sein, weil sich Bakterien auf künstlichen Oberflächen festsetzen können. Deshalb ist die sorgfältige Pflege der Driveline-Austrittsstelle von besonderer Bedeutung. Die Hautdurchtrittsstelle muss regelmäßig kontrolliert und entsprechend den Vorgaben des LVAD-Zentrums versorgt werden.

Auch die sichere Fixierung des Kabels ist wichtig. Starke Zugbelastungen oder wiederholte Bewegungen an der Austrittsstelle können die Haut reizen und das Infektionsrisiko erhöhen. Die konsequente Driveline-Pflege ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um langfristige Infektionen bei LVAD-Patienten zu vermeiden. Bei Fieber, zunehmender Rötung, Schmerzen oder Flüssigkeitsaustritt sollte deshalb frühzeitig Kontakt mit dem betreuenden Zentrum aufgenommen werden.

Besonders wichtig ist der Umgang mit Wasser. Da die Driveline dauerhaft durch die Haut austritt und die äußeren Systemkomponenten vor Feuchtigkeit geschützt werden müssen, ist Schwimmen oder Baden mit den üblichen perkutanen LVAD-Systemen nicht möglich. Duschen kann bei geeigneten Patienten und nach entsprechender Einweisung unter Verwendung spezieller Schutzvorrichtungen möglich sein. Die genauen Vorgaben hängen vom verwendeten System und den Empfehlungen des betreuenden Zentrums ab.

Die langfristige Sicherheit einer LVAD-Therapie hängt nicht nur von der Zuverlässigkeit der Pumpe ab, sondern auch von der regelmäßigen medizinischen Betreuung und dem sicheren Umgang mit dem System im Alltag.

Die technische Entwicklung künstlicher Herzunterstützungssysteme schreitet weiterhin voran. Moderne Pumpen sind kleiner, mechanisch zuverlässiger und verursachen deutlich seltener bestimmte Komplikationen als frühere Gerätegenerationen.

Insbesondere die Entwicklung magnetisch gelagerter Rotoren hat dazu beigetragen, das Risiko einer Pumpenthrombose erheblich zu reduzieren. Eine wesentliche Herausforderung bleibt allerdings die Verbindung zwischen der implantierten Pumpe und der äußeren Stromversorgung. Die durch die Haut austretende Driveline stellt weiterhin eine wichtige Ursache möglicher Infektionen dar.

Deshalb wird intensiv an neuen Technologien gearbeitet, mit denen sich implantierte Pumpen möglicherweise künftig kabellos durch die Haut mit Energie versorgen lassen. Solche Systeme könnten langfristig dazu beitragen, die Driveline und damit eine wesentliche Infektionsquelle zu vermeiden. Allerdings sind vollständig implantierbare, drahtlos mit Energie versorgte Systeme bislang noch kein allgemein etablierter Standard der dauerhaften LVAD-Versorgung.

Auch die Weiterentwicklung der Pumpentechnik und die Verbesserung der Blutverträglichkeit bleiben wichtige Forschungsgebiete. Das langfristige Ziel besteht darin, mechanische Herzunterstützungssysteme noch sicherer, langlebiger und alltagstauglicher zu machen.

Zusammenfassend stellt das linksventrikuläre Herzunterstützungssystem (LVAD) eine wichtige Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit weit fortgeschrittener Herzinsuffizienz dar. Anders als bei einer Herztransplantation bleibt das natürliche Herz im Körper. Eine künstliche Blutpumpe unterstützt die geschwächte linke Herzkammer und übernimmt einen wesentlichen Teil der Kreislaufarbeit. Moderne LVAD-Systeme arbeiten überwiegend mit einem kontinuierlichen Blutfluss und benötigen eine dauerhafte externe Stromversorgung über eine Driveline, einen Controller und Akkus.

Die Therapie ist mit besonderen Risiken verbunden, insbesondere Blutungen, Infektionen und neurologischen Komplikationen. Gleichzeitig kann sie bei sorgfältig ausgewählten Patienten die körperliche Belastbarkeit, Lebensqualität und Lebenserwartung erheblich verbessern.

Das moderne Kunstherz ist damit eine etablierte langfristige Behandlungsoption bei terminaler Herzinsuffizienz – sowohl als Überbrückung bis zur Herztransplantation als auch als dauerhafte Alternative für Patienten, bei denen eine Transplantation nicht möglich ist.

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