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Angina pectoris (Brustenge)

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Angina pectoris (Brustenge)

Illustration von Angina pectorisWas ist Angina pectoris?

Angina pectoris bezeichnet ein Druck-, Enge- oder Schmerzgefühl im Brustkorb, das durch eine Minderversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff entsteht. Der Begriff bedeutet übersetzt „Brustenge“.

Typischerweise werden die Beschwerden hinter dem Brustbein wahrgenommen. Viele Betroffene beschreiben dabei weniger einen klar umschriebenen Schmerz, sondern vielmehr ein Druck-, Enge- oder Beklemmungsgefühl. Die Beschwerden können in die Arme, die Schultern, den Rücken, den Hals, den Kiefer und die Zähne oder auch in den Oberbauch ausstrahlen.

Häufig treten Angina-pectoris-Beschwerden in Situationen auf, in denen das Herz stärker arbeiten muss – beispielsweise bei körperlicher Belastung wie Treppensteigen oder Bergangehen, aber auch bei Kälte oder emotionalem Stress.

Nicht immer zeigt sich eine Angina pectoris jedoch in dieser typischen Form.

Wichtig ist: Angina pectoris beschreibt zunächst nur ein Beschwerdebild und noch nicht dessen Ursache. Hinter den Beschwerden können unterschiedliche Erkrankungen oder Funktionsstörungen des Herzens stehen, die durch eine ärztliche Untersuchung voneinander unterschieden werden müssen.

Wie entsteht Angina pectoris?

Unser Herz arbeitet rund um die Uhr, pausenlos und ein Leben lang. Dafür benötigt es kontinuierlich Sauerstoff. Dieser gelangt über mit dem Blut durch die Herzkranzgefäße zum Herzmuskel. Angina pectoris entsteht, wenn der Herzmuskel mehr Sauerstoff benötigt, als ihm zur Verfügung gestellt werden kann. Es entsteht ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot. Diese Minderversorgung des Herzmuskels bezeichnet man als Ischämie. Fehlt dem Herzmuskel ausreichend Sauerstoff, verändert sich der Stoffwechsel seiner Muskelzellen. Es sammeln sich Stoffwechselprodukte und Botenstoffe im minderdurchbluteten Gewebe an, die schmerzempfindliche Nervenendigungen im Herzen aktivieren. Diese Nerven leiten die Signale über das Rückenmark zum Gehirn weiter. Erst dort entsteht die bewusste Wahrnehmung als Druck, Enge, Brennen oder Schmerz. Da die Schmerzsignale aus dem Herzen im Rückenmark teilweise gemeinsam mit Signalen aus anderen Körperregionen verarbeitet werden, wird der Schmerz nicht immer exakt über dem Herzen wahrgenommen. Dies erklärt, warum Angina pectoris beispielsweise in Arm, Schulter, Rücken, Hals oder Kiefer ausstrahlen kann.

Eine häufige Ursache für Angina pectoris ist die koronare Herzkrankheit (KHK). Dabei können Ablagerungen in den Wänden der Herzkranzgefäße den Blutfluss behindern. Es gibt jedoch auch andere Ursachen für eine solche Minderversorgung. So können beispielsweise Störungen der kleinen Blutgefäße des Herzens, vorübergehende Verkrampfungen eines Herzkranzgefäßes oder eine deutlich erhöhte Belastung des Herzmuskels eine Rolle spielen.

Angina pectoris bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Herzkranzgefäß durch Ablagerungen verengt ist. Welche Ursache tatsächlich hinter den Beschwerden steckt, lässt sich nur durch eine gezielte kardiologische Untersuchung klären.

Was sollte ich bei Angina pectoris tun?

Neu aufgetretene oder wiederkehrende Beschwerden wie die oben beschriebenen sollten ärztlich abgeklärt werden.

Besondere Vorsicht ist bei plötzlich auftretenden, starken oder ungewohnten Brustbeschwerden geboten. Ein Herzinfarkt kann sich ebenfalls durch Druck, Enge oder Schmerzen im Brustkorb bemerkbar machen und lässt sich anhand der Beschwerden allein nicht immer sicher von anderen Ursachen unterscheiden.

Treten starke Beschwerden neu auf, bestehen sie in Ruhe oder halten sie an, sollte daher unverzüglich der Rettungsdienst verständigt werden. Dies gilt insbesondere bei zusätzlichen Beschwerden wie ausgeprägter Luftnot, kaltem Schweiß, Übelkeit, Schwäche, Schwindel oder Bewusstseinsstörungen. Betroffene sollten in einer solchen Situation nicht selbst mit dem Auto in eine Klinik fahren.

Auch bereits bekannte Beschwerden sollten erneut ärztlich beurteilt werden, wenn sie sich in ihrer Häufigkeit, Dauer oder Intensität verändern oder plötzlich schon bei deutlich geringerer Belastung auftreten.

Auch bei weniger akuten, aber wiederkehrenden Beschwerden ist eine kardiologische Abklärung sinnvoll.

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