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Schwindel (Vertigo)

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Schwindel

Illustration zu Schwindel und GleichgewichtsstörungenWas ist Schwindel und wie fühlt er sich an?

Schwindel ist ein häufiges Beschwerdebild. Manche Betroffene haben das Gefühl, dass sich ihre Umgebung dreht, andere empfinden ein Schwanken, eine Unsicherheit beim Gehen oder eine ausgeprägte Benommenheit. Schwindel ist dabei keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, hinter dem unterschiedliche Ursachen stehen können.

Je nachdem, wie sich die Beschwerden äußern, lassen sich verschiedene Schwindelformen unterscheiden:

Beim Drehschwindel entsteht das Gefühl, dass sich die Umgebung dreht oder der eigene Körper in Bewegung ist, obwohl man stillsteht. Häufig liegt die Ursache in einer Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr oder der Verarbeitung seiner Signale im Gehirn.

Beim Schwankschwindel haben Betroffene eher das Gefühl, dass der Boden unter ihnen schwankt oder sie beim Stehen und Gehen unsicher sind. Die Ursachen können vielfältig sein und beispielsweise das Gleichgewichtssystem, periphere Nerven oder andere Erkrankungen betreffen.

Als Benommenheit wird häufig ein Gefühl der Unsicherheit, Leere im Kopf oder einer drohenden Ohnmacht beschrieben. Betroffene berichten beispielsweise darüber, dass ihnen plötzlich „schwarz vor Augen“ wird oder sie das Gefühl haben, gleich umzukippen. Hier können insbesondere Blutdruckabfälle oder Herzrhythmusstörungen eine Rolle spielen.

Die Art des Schwindels allein erlaubt allerdings noch keine sichere Aussage über seine Ursache. Ebenso wichtig ist, wann die Beschwerden auftreten, wie lange sie anhalten und ob zusätzliche Symptome bestehen.

Warum entsteht Schwindel und welche Rolle spielt der Kreislauf?

Damit wir uns sicher im Raum bewegen und unser Gleichgewicht halten können, verarbeitet unser Gehirn kontinuierlich Informationen den Gleichgewichtsorganen im Innenohr, den Augen sowie Sinnesrezeptoren in Muskeln und Gelenken. Aus diesen Informationen entsteht ein Bild darüber, wie unser Körper im Raum ausgerichtet ist und ob wir uns bewegen.

Werden diese Signale gestört oder passen sie nicht richtig zueinander, kann das Gehirn unsere Körperhaltung und Bewegung nicht mehr zuverlässig einordnen. Die Folge kann ein Dreh- oder Schwankschwindel sein. Solche Beschwerden entstehen häufig durch Störungen des Gleichgewichtssystems und haben nicht zwangsläufig etwas mit dem Herzen oder dem Kreislauf zu tun.

Schwindel kann aber auch entstehen, wenn die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigt ist. Unser Gehirn benötigt eine kontinuierliche Versorgung mit Sauerstoff. Normalerweise sorgen verschiedene Regulationsmechanismen dafür, dass die Hirndurchblutung auch bei schwankendem Blutdruck weitgehend konstant bleibt. Fällt der Blutdruck jedoch plötzlich zu stark ab, können diese Mechanismen an ihre Grenzen gelangen. Betroffene verspüren dann beispielsweise Benommenheit, Schwarzwerden vor den Augen oder das Gefühl einer drohenden Ohnmacht.

Ein typisches Beispiel hierfür ist der Blutdruckabfall beim Aufstehen. Durch die Schwerkraft sammelt sich zunächst vermehrt Blut in den Beinen und im Bauchraum. Gelingt es dem Körper nicht schnell genug, den Blutdruck wieder zu stabilisieren, kann vorübergehend Schwindel auftreten.

Auch Herzrhythmusstörungen können Schwindel verursachen. In ausgeprägten Fällen kann es sogar zu einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit, einer Synkope, kommen.

Schwindel bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine Herzerkrankung vorliegt. Neben Kreislaufproblemen kommen insbesondere Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans und des Nervensystems infrage. Entscheidend ist, die Beschwerden richtig einzuordnen und mögliche Auslöser gezielt zu untersuchen.

Was kann der Kardiologe zur Abklärung beitragen?

Da Schwindel unterschiedliche Ursachen haben kann, ist zunächst eine genaue Beschreibung der Beschwerden besonders wichtig. Wann tritt der Schwindel auf? Entsteht er beim Aufstehen, bei körperlicher Belastung oder unabhängig von bestimmten Situationen? Wie lange hält er an und treten gleichzeitig Herzrasen, Herzstolpern oder das Gefühl einer drohenden Ohnmacht auf? Welche Medikamente werden dauerhaft eingenommen?

Anhand dieser und vieler anderer Informationen lässt sich ersteinschätzen, ob eine Störung des Herz-Kreislauf-Systems als Ursache infrage kommt.

Ein wichtiger Bestandteil der kardiologischen Untersuchung ist die Blutdruckmessung. Insbesondere durch Messungen im Liegen und nach dem Aufstehen lassen sich Hinweise auf einen krankhaften Blutdruckabfall, eine sogenannte orthostatische Hypotonie, gewinnen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere blutdrucksenkender Präparate, kann dabei eine Rolle spielen.

Mit einem EKG lassen sich der Herzrhythmus und die elektrische Erregungsleitung des Herzens beurteilen. Da viele Herzrhythmusstörungen nur vorübergehend auftreten, kann zusätzlich ein Langzeit-EKG über 24 Stunden sinnvoll sein. Je nach Häufigkeit der Beschwerden kommen auch längere Aufzeichnungszeiten infrage. Besonders aussagekräftig ist es, wenn sich eine Herzrhythmusstörung während einer Schwindelepisode nachweisen lässt.

Besteht der Verdacht auf eine strukturelle Herzerkrankung, kann eine Echokardiographie (Herzultraschall) weitere wichtige Informationen liefern. Dabei lassen sich unter anderem die Pumpfunktion des Herzens sowie mögliche Herzklappenerkrankungen beurteilen.

Ziel der kardiologischen Untersuchung ist es, mögliche Herzrhythmusstörungen, Blutdruckprobleme oder andere Erkrankungen des Herzens als Ursache des Schwindels zu erkennen oder einzugrenzen.

Neben der Abklärung möglicher kardiologischer Ursachen ist häufig auch eine HNO-ärztliche und neurologische Untersuchung sinnvoll.

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